Anreise
Durch den Streik bei der Deutschen Bahn war der Start der Abreise etwas holprig. Wir haben uns statt rail and fly für einen Mietwagen entschieden, mit dem wir zum Frankfurter Flughafen gefahren sind. Vom Frankfurt über Zwischenstopps in Johannesburg und Nelspruit nach Livingstone, Sambia. Auf den Flughäfen kaum Zeit zum Verweilen ... "last call" in Johannesburg! Unglaublich viel Papierkram ist auszufüllen bzw. vorzulegen.
In Livingstone werden wir von Josef, dem Fahrer der Kayube Lodge abgeholt. Nach Einkaufsstopp Entspannung auf der Terrasse des Bungalows direkt am Sambesi.
Tierbegegnungen ganz nah. Hippos, Krokodile, Vogelvielfalt, Wildkatzen, Fledermäuse. Abends, am etwa 300 Meter gegenüberliegenden Ufer auf simbabwischen Seite des Sambesi, wildes Hyänen- und Löwenwengebrüll. Fressen und gefressen werden.
Aus der Hängematte der Blick auf den Bungalow und den Sambesi.
Der Toyota ist weitestgehend startklar!
Zunächst bleiben wir in der Gegend. Zum Wochenbeginn wollen wir noch einige Ausrüstungs- und Ersatzteile kaufen.
Am Donnerstag wurde in Sambia ein neuer Präsident gewählt. Der bereits mehrfach angetretene Oppositionsführer wurde mit deutlichem Ergebnis Sonntagnacht als Gewinner der Wahl bekannt gegeben. Hier herrscht große Freude darüber und die Menschen versprechen sich davon eine bessere Zukunft. Das sei ihnen zu wünschen!
Das Maramba-Camp, auf dem tags und nachts tierisch 'was los ist. Affen, Elefanten, Hippos und Krokodile in Sichtweite. Bei der Ankunft kam uns ein Baboon, der Chef der Affenbande auf dem Weg entgegen. Keinen Zentimeter ist er uns ausgewichen. Da hat man schon Respekt! Und mittags mussten wir unseren Platz vorübergehend gegen eine Liege am Pool eintauschen, da einige Elefanten zu dicht herankamen. Ist spannend.
... der Dickhäuter ist nicht an uns interessiert. Wir haben alles, was lecker riecht ins Auto geräumt. Besonders scharf sind die Elefanten auf Orangen!
Maramba Lodge
Die Anlage ist gut in Schuss, auch ein schöner Spielplatz wurde angelegt. Bedenkt man, dass hier täglich Elefanten, Hippos und stattliche Baboons durchs Camp ziehen, ist der Platz für Kinder allerdings weniger geeignet.
Das Zusammenleben von Mensch und Tier ist in diesem Teil grundsätzlich schwierig. Besonders die Elefanten werden in ihrem Lebensraum immer stärker eingeschränkt. Kürzlich wurde gleich um die Ecke ein neues Hotel direkt auf der Wanderroute der Dickhäuter gebaut. Es soll dabei einiges an Geld an "oberste Regierungsstellen" geflossen sein. Das Hotel braucht niemand. In unmittelbarer Nähe verfällt ein anderes.
Man muss sich also nicht wundern, dass es zunehmend ungewollt dichte Mensch-Tierbegegnungen gibt.
Und ob diese schöne Anlage für die nächsten Jahre Bestand haben wird, ist fraglich. Die fünf Elefanten, die letzte Nacht friedlich durchs Camp gezogen sind haben nicht nur die erwünschte "Baumpflege" betrieben, sondern auch einiges umgehauen.
Große Hoffnungen für eine Beendigung der allgegenwärtigen Korruption ruhen auf dem neuen Präsidenten. Auch im Simbawbe wurde die Wahl von Hakainge Hichilema, kurz "HH" freudig begrüßt. Ein Hoffnungsträger!
Heute verlassen wir Livingstone Richtung Lusaka. Nächster Stopp Monze.
Auf dem Weg besuchen wir Sister Mary, eine alte katholische Ordensschwester. Sie beschäftigt einige Frauen mit Näharbeiten. Kaffee und bunter Kuchen im kolonialen Wohnzimmer.
Im Moorings Camp, unserem Etappenziel für heute, treffen wir auf Touristen! Es gibt noch welche außer uns! Südafrikaner mit deutschen Wurzeln. Alles Farmer. Sie berichten von den kürzlichen Unruhen mit Gewalt und Plünderungen in KwaZulu Natal in Südafrika. Wir erfahren auch interessante Details über den Anbau und Verkauf von Eukalyptus und Zuckerrohr.
450 Kilometer auf schlechter Straße! Aufgewölbter Asphalt, Schlaglöcher und mindestens so viel LKW Verkehr wie auf der A2. Allerdings auf enger zweispuriger Piste. Dazu zahlreiche Kontrollen der Traffic Police... mobiler Straßen TÜV und Mautstationen, bei denen kleinere Beträge zu zahlen sind, es läppert sich aber auch. Und dann noch durch den Moloch Lusaka! Verkehrsmäßig ein anstrengender Tag.
Entschädigt wird man mit Einblicken ins afrikanische Straßenleben. Geschäfte jeder Art am Straßenrand, fliegende Händler die lautstark ihre Waren anbieten und verschiedenste Köstlichkeiten offerieren.
Die Damen auf dem Bild kochen Maiskolben und bieten diese in prall gefüllten Körben zwischen den wartenden Autos an.
Holzkohle wird an jeder Ecke angeboten! Man muss sich wundern, dass es überhaupt noch Bäume gibt! Die großen Bündel werden gerne von LKW Fahrern auf dem Weg mitgenommen. Familien kochen bevorzugt auf Holzkohle, so dass ein großer Bedarf da ist. Häufig sieht man Fahrräder, die mit bis zu 5 Ballen Holzkohle beladen sind. Und die Räder werden nicht geschoben, in halsbrecherischer Weise radeln die Fahrradfahrer mit ihrer schweren wackeligen Fracht auf der selben Straße, auf der die riesigen Trucks unterwegs sind.
Für "illegalen" Holzeinschlag gibt es jedoch auch harte Strafen. Uns wurde berichtet, dass es zunächst Verwarnungen gibt, man dann aber mit Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr rechnen muss.
Kundalila Wasserfall
In idyllischer Landschaft stürzt der Kaombe River 65 Meter in die Tiefe. Am Fuße des Wasserfall ein außerordentlich erfrischender Pool. Es kostete einige Überwindung darin zu schwimmen. Wie es so ist, wenn man erst einmal untergetaucht ist, ist es einfach nur herrlich.
Mpika
Die Stadt liegt auf der Wasserscheide zwischen dem Sambesi und dem Kongo, dem Muchinga-Escarpment. Buntes Treiben rundum, hier gibt's die letzten Tankstellen vor der Grenze zu Tansania. Tankstellen mit gutem und weniger gutem Diesel. Wir wollen natürlich den besten Stoff! Darauf müssen wir eine Stunde warten, da die Tanklager der Tankstelle gerade befüllt werden. Bewaffnete Aufpasser bewachen die Aktion. Zeit für uns bei Straßenhändlerinnen das ganz besondere Mpika Salz zu kaufen. Es wird in aufwändigen Destillierverfahren aus Gräsern gewonnen, die nur in dieser Gegend wachsen.
Ein ganz heißer Reisetipp!
Kapishya Hot Springs.
In tropischer Vegetation hat hier bereits der alte englische Kolonialadel im 37 Grad heißem Quellwasser Whiskey getrunken. Wir begnügen uns mit einem Entspannungsbad am Abend. Grandios im warmen Wasser zu schweben und in den von Baumwipfeln umrahmten Himmel zu schauen.
Wir lernen einen jungen indisch-arabisch-sambischen Kaufmann kennen, der uns zahlreiche Tipps für unsere Weiterreise gibt.
Auf dem Weg zum Tanganjikasee
Über schlechte Straßen schreibe ich nicht mehr... ist halt so! Der Fahrer und der Toyota trotzen allen Herausforderungen.
Stopp am Denkmal für von Lettow-Vorbeck, deutscher Feldherr während des 1. Weltkrieges in Ostafrika. Seine Truppen sollen stramm hinter ihm gestanden haben und auf dem Weg wichtige Proviantlager der Briten einzunehmen hat er auch Kasama belagert, die Stadt in der wir uns heute befinden. In dieser Gegend wurde er 1918 vom Kriegsende überrascht. Er erklärte konsequent mit seinen Truppen die Kapitulation und begab sich in Gefangenschaft. Ihre Waffen versenken sie in einem nahen See, wo sie heute noch gefunden werden.
Das war aber nicht Lettow-Vorbecks Ende, er ist erst 1964 gestorben, im Alter von 96! Jahren. Und sein Denkmal wird noch immer gepflegt.
Wo sich deutsche Soldaten bereits vor 100 Jahren befunden haben....
Kasama -
Markt mit allerlei Köstlichkeiten am Straßenrand.
Welcher der vielen Marktfrauen soll man etwas abkaufen? Alle haben ähnliche Angebote, die sie feilbieten. Wir teilen unsere Einkäufe unter den freundlichen Ladys auf - so sind alle glücklich.
Lake Tanganyika
STRANDURLAUB! Mitten in Afrika. Der Tanganyikasee ist ein ganz besonderes Gewässer: Über 700 Kilometer Nord-Süd Ausdehnung, der zweitgrößte Süßwassersee nach dem Baikalsee.... usw.
Und noch dazu Südseefeeling! Wir haben unsere Routenplanung in Sambia zwar noch nicht abgeschlossen, liebäugeln aber damit, eine Wasser (fall) tour zu machen. Die Straßen stellen hohe Herausforderungen an uns und den Toyota, so dass wir stets abwägen müssen, welche der unglaublich vielen interessanten Gegenden wir ansteuern wollen.
Und was ist hier eigentlich mit "Corona"?! Auch hier gibt's in geschlossenen Räumen, in Geschäften und Behörden die auch bei uns übliche Maskenpflicht. Allerdings sitzen die Masken hier - wenn vorhanden - oft unter'm Kinn . Wir bewegen uns fast nur im Freien und unser Augenmerk gilt eher der Vorsorge gegen Malaria und - hier- Bilharziose.
Sonnenaufgang am Strand!
Lesen, Sonnen, Faulenzen... Wir können es aushalten! Nachmittags kreist ein Seeadler mit zwei Jungtieren am Himmel. Unterricht im Segeln und Fische fangen, muss so'n kleiner Adler auch erst lernen.
Abends treffen sieben Motorradfahrer ein. Amerikaner, die hier als Missionare tätig sind... im 21. Jahrhundert! Was treibt diese jungen Leute hier her?! Böse Zungen? sagen ein "Schönes Leben".
Morgen geht's früh weiter zu den Wasserfällen. Es gibt im Nordwesten an der Grenze zum Kongo unzählige davon. Mal sehen, wohin die Wege uns führen.
Hinweis zur Navigation :
Diese ist zurzeit noch nicht komfortabel, leider. Ich arbeite daran.
Wer weiter lesen möchte findet unter
Home - Sambia 1. Etappe - ein kleines Dreieck zur 2. Etappe.
Dort anklicken und die Reise geht weiter.
Tina